Die Gefolgsamkeit der Taube

4. Die Gefolgsamkeit der Taube 鳩の孝行

Vor langer langer Zeit war die Taube ein wirklich launisches Geschöpf, welches nicht auch nur einmal auf seine Mutter hören wollte. Sagte seine Mutter, dass es in die Berge gehen sollte, so ging es auf die Felder. Sagte seine Mutter, dass es auf die Felder gehen sollte, so ging es in die Berge.
Die Mutter wollte nach ihrem Tod auf einem ruhigen Berg begraben werden, doch dachte sie sich, falls sie den Wunsch so ihrem Sohn gegenüber äußerte, würde dieser erneut das Gegenteil tun, also bat sie ihn mit Absicht, ihr Grab auf einer hato2Sandbank im Fluss zu errichten.
Nun begab sich, dass die Mutter starb und der Sohn realisierte zum ersten Mal, dass es falsch war nie auf seine Mutter gehört zu haben. Dieses Mal tat er wie geheißen und errichtete das Grab auf einer Sandbank im Fluss. Als der Fluss sich jedoch mit Regen füllte, wurde die Taube panisch vor Sorge, dass das Wasser das Grab hinweg spülte.
Und aus diesem Grund erinnert sich die Taube noch heute, wenn es regnet, und weint, „トートーポッポ、親が恋しい(tô-tô-poppo, oh arme Mutter)!“
Es wäre wohl besser gewesen, hätte die Taube ihrer Mutter schon ein wenig früher gehorcht.

Quelle: freie Übersetzung nach Mayer und Kunio (1952)

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